Hufpflege

Ausbalancierte, gesunde Hufe fördern kraftvolle Bewegungen des Pferdes.

Bei der Hufbearbeitung wird erkannt, wie sich ein Pferd bewegt und wie es in seiner Bewegung unterstützt werden kann, damit seine Muskeln wie von der Natur vorgesehen, eingesetzt werden können.
Deshalb ist es mir wichtig, die Pferde immer vor und nach der Hufbearbeitung in Bewegung zu sehen.

Heisses, trockenes Wetter, lauhe Abende, herrlich für uns Menschen... die Kehrseite der Medallie: Hufe die spröde werden und vermehrt ausbrechen können, egal ob mit oder ohne Eisen. Was tun?

Nebst einer fachgerechten Hufpflege/Hufbeschlag, die den Huf in sich selber ausbalanciert und stabilisiert und einem Mineralfutterzusatz, der die wichtigsten Elemente enthält und auch aufgenommen werden kann, da sich der Huf von innen her ständig befeuchtet, gibt es tolle und ganz einfache Tipps, wie die Elastizität des Hufes von aussen gesteigert wird, damit er die Dehnbewegungen auch bei Trockenheit aushält. 

Die Natur macht es uns vor. Jeden Tag geht das Pferd in der Steppe ans Wasserloch und sauft seine Ration Wasser. Es steht mindestens 15 Minuten täglich mit den Hufen im Wasser.

Hast du schon mal einem Hund ein Stück Horn aus dem Maul gefischt? Schön eingespeichelt, wird es gummig. So verhält es sich auch, wenn der Huf mit Wasser gepflegt wird.

Kopiere die Natur und steigere den Wassergehalt im Hufhorn. Wie?

  • Stell dein Pferde im Morgentau auf die Weide. So werden die Hufe bis zum Saumband befeuchtet.
  • Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, stelle es im Waschplatz während des Putzens in eine Wasserlache. 
  • Oder zieh im die Hufschuhe an und fülle sie mit Wasser.
  • Oder steck die Hufe in 4 Eimer und fülle sie bis zum Kronrand mit Wasser.
  • Oder spritze die Beine nach dem Reiten mit Wasser ab.
  • Oder schneide Fliessbandagen kürzer, tauche sie in Wasser und wickle die Hufe während des Putzens ein. Der Klett hält sie fest.

Achtung, wenn ein Pferd zu Mauke neigt, muss darauf geachtet werden, dass die Fesselgelenke bis in die Ballengrube mit einem Tuch getrocknet werden.

Eine fantastische Gelegenheit bietet ein Bach. Das fliessende Wasser regt zudem die Durchblutung an. Oder stelle es in den See!

Viel Erfolg mit dem einfachsten aller Hilfsmittel für elastische Hufe, das Wasser! 

 

 

Was passiert mit der Entwicklung der inneren Hufstrukturen, wenn ein Jungpferd mit 3 Jahren beschlagen wird? Der Bewegungsmechanismus des Hufes wird gebremst. durch die Versteifung der harten Eisen der beweglichen hinteren Strukturen und die Schwächung der Wände durch die Nägel, welche Eintrittspforten für Bakterien bilden, wird die Durchblutung des Hufes, der noch nicht fertig ausgebildet ist, vermindert. Der Hufmechanismus wird geschwächt. Die Nährstoffe erreichen die Hufe durch die verminderte Blutzirkulation nur noch reduziert und schwächt ihn. Der Entwicklungsprozess des auszubildenden Hufes wird reduziert, in einigen Fällen sogar unterbrochen. die Hufqualität leidet.

Die hinteren elastischen Strukturen können sich wegen des Eisens nicht mehr frei bewegen Unebenheiten werden in Folge in den Gelenken aufgefangen. Es entstehen frühzeitige Verschleisserscheinungen. Auch das Hufbein und der Hufrollenapparat wird nicht mehr genügend durchblutet und die weichen Strukturen der Hufknorpel können verknöchern.

Wird einem Pferd später die Eisen abgenommen, muss es diesen Entwicklungsprozess nachholen. Einem Vollblüter, der mit 2 Jahren beschlagen wurde und dann mit 6 Jahren die Eisen abgenommen werden, steht somit eine längerer Nachholprozess der inneren Strukturen bevor. 

Pferde mit flache Hufen brauchen in der Regel länger, bis  sie sich Barhuf schmerzfrei bewegen können. bei Pferden mit Hufen, die in alle Himmelsrichtungen schauen, frage man sich, ob eine Fehlstellung von der Natur gegeben ist, oder es noch an Gleichgewicht fehlt. Es kann durch gutes Aufbautraining und fachgerechte Hufpflege bestens unterstützt werden.

 

Möglichkeiten und Grenzen eines Barhufpferdes

Die Frage, eignet sich mein Pferd für die Barhufhaltung, entspricht dem Bedürfnis, das Pferd so natürlich wie möglich zu halten und den Mut zu haben, das "Normale" zu  überprüfen. Wer im Vorfeld die Chance wahrnimmt und über einzelne Aspekte nachdenkt ist bestens auf den Umstellungsprozess vorbereitet. Der Miteinbezug von einem professionellen Hufpfleger ist zu empfehlen. Es ist das Pferd, auf das eingegangen werden muss. Sein Wohlbefinden barhuf zu gehen stehe an erster Stelle. Ein bewusster Aufbauprozess ist unumgänglich, damit der Huf dem täglichen Gebrauch bestens angepasst werden kann. 

Soll mein Pferd beschlagen werden oder soll es barhuf bleiben. Sich diese Frage zu stellen ist beim heutigen Wissensstand berechtigt.

Der älteste Hufschutz, das Eisen

Als zu Römerzeiten Strassen gebaut wurden, sind Pferde als Reit-, Zug- und Lasttiere eingesetzt worden. Sie legten lange Strecken mit grossen Lasten auf den vorgegebenen neuen Wegen zurück. Das Hornwachstum der Hufe gegenüber deren Verbrauch auf den Strassen war bei vielen Tieren kleiner. Ein Hufschutz wurde nötig. Zu der Zeit wurde das Eisen zum besten Hufschutz den es gab. Das Eisen war härter als der Huf und es konnte geformt und aufgenagelt werden. Es wurde normal, dass Pferde Eisen trugen, sobald sie für Menschenzwecke eingesetzt wurden.

Was nach 3000 Jahren normal geworden ist, wird nun von vielen Pferdebesitzern überdenkt. Seit einigen Jahren hat ein Umdenken mit neuen Möglichkeiten stattgefunden. Das Bedürfnis, das Pferd nach nahezu 3000 Jahren, seiner Natur entsprechend barhuf zu lassen, wird immer stärker. Das Pferd ist zum Freizeitkumpel geworden. Mit ihm wollen schöne Stunden geteilt werden. Es muss nicht mehr stundenlang arbeiten und wird für Ausritte in der Natur auf unseren Strassen und Wegen genutzt. Moderne Hufschütze aus neuen Materialien werden entwickelt und für die eine Stunde unterwegs genutzt. 

Wann soll ein Pferd barhuf gehen und wann soll es beschlagen werden?

Folgende Punkte genauer zu betrachten sind hilfreich um die Aufmerksamkeit für die Bewegung seines Pferdes zu schulen, um sich rechtzeitig für Eisen oder barhuf zu entscheiden und um Schmerzen zu verhindern: 

  • Die Aufgabe des Hufes
  • gegebene Voraussetzungen
  • Haltung
  • Nutzung

 

500-700 kg Pferd stehen reduziert auf 4 kleinen Auflageflächen, den Hufen, auf dem Boden. In welcher Winkelung die Auflageflächen zum Pferd stehen, entscheidet, ob sich das Pferd locker im Gleichgewicht bewegen kann. Auf wenn der Huf von aussen gesehen als harter Klotz erscheint, ist heut bewiesen, dass er wichtige übergreifende Aufgaben erfüllt und dynamischer ist, als bis noch vor 15 Jahren angenommen:

  • Er ist für die Fortbewegung unumglänglich. Der vordere drittel ist nahezu unbeweglich, bedint durch den innen liegenden Hufbeinknochen. In diesem Teil treibt der Hufschmied die Nägel ins Horn.
  • Er ist ein Stossdämpfer. die hinteren 2/3 bestehen aus beweglichen Strukturen, die bei Bodenberührung die erste Last auffangen und stossdämpfend auf die Gelenke wirken.
  • Er gleicht Unebenheiten aus. Er hat die Fähigkeit, über den beweglichen hinteren Teil die Unebenheiten auszugleichen, den Boden zu fühlen und spitzigen Steinen auszuweichen. Die Trachtenballen können sogar von Hand verschoben werden.
  • Er gleicht Temperaturunterschiede aus.
  • Und der gesamte Hufmechanismus ist massgeblich beteiligt das Venenblut zurück zum Herzen zu pumpen. Erst ab dem Karpal-/Sprunggelenk wird er von den Muskeln unterstützt.

Von der Natur aus gegebene Voraussetzungen

Pferde werden ohne Eisen geboren. Ihre Hufe sind sehr weich und härten mit der Belastung des täglichen Lebens. Das Fohlen ist von Natur aus vorgesehen, unmittelbar nach der Geburt auf seine langen Beine zu stehen und mit der Herde auf Nahrungssuche mitzulaufen. Mit seinem kurzen Hals erreicht es optimal die Zitzen seiner Mutter, um zu trinken. Danach legt es sich nieder und schläft, damit es mit der Herde auf Nahrungssuche wieder weiterlaufen kann. Sie laufen sofort viele Kilometer. Die weiche Hornsubstanz passt sich schnell an und wird hart und widerstandsfähig.

Ein Pferd aus dem Süden läuft auf harten Böden. Nebst der genetischen Veranlagung, werden seine Hufe anders gebraucht, als die eines Vollblüters in Irland. Im Süden ist ein Huf steiler, höher und die Sohle weiter weg vom Boden, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen. Im nassen Norden, auf weichen Böden bleibt der Huf flacher, tragfähiger und weicher, damit er nicht in den Boden einsinkt. Um so mehr das Pferd barhuf läuft, umso ausgebildeter sind die inneren Strukturen. Ballen und Strähle sind gut durchblutet und können Bodenunebenheiten bestens fühlen und ausgleichen.

Werden Sie mit Bodenverhältnissen konfrontiert, die  nicht ihrem Ursprung entsprechen, haben es Pferde mit einer schönen Sohlenwölbung und einer regelmässigen Hufstellung einfacher, barhuf zu gehen.

Durch die Mensch gegebene Voraussetzungen

In vielen Zuchten werden die Fohlen in Boxen geboren und wenn überhaupt während Tagen nur kurz mit Mama auf die gelassen. Sie wackeln auf dem weichen Grasuntergrund umher und kommen danach wieder in die Boxe, wo sie sich ins weiche Stroh niederlegen, nicht nur weil sie müde sind, sondern auch weil das lange stehen ohne Gleichgewicht schwer fällt. das mangelnde Gleichgewicht kann in der Bewegung besser ausgeglichen werden. Das Pferd ist ein Lauftier.

Auf unseren Wiesen muss das Futter nicht gesucht werden. Es kann sofort gefressen werden. Die Stuten werden auf die Weide gelassen und verfolgen auch nur dieses eine Ziel. Aus lauter Langeweile auf der Weide, wird nach dem ersten Austoben mit seinen Kumpels, Mama schnell kopiert. Das Fohlen sucht den Boden ab. Die langen Beine werden gespreizt, damit der im Verhältnis nohc zu kurze Hals besser die Grashalme absuchen kann. In dem Alter prägen sich die ersten Fehlstellungen. Der belastete, vorgestellte Huf wird flach und gross, der entlastete, nach hinten gestellte Huf wird kleiner und steiler. Oder es grätscht die Beine seitwärts und belastet die inneren Wände mehr als die äusseren. Daraus ergeben sich Kombinationen von Fehlstellungen.

Bevor die Hufe ausgehärtet sind, sollten angeborene Stellungsfehler nur unter Anleitung des behandelnden Arztes vorgenommen werden. In vielen Fällen wird von Mal zu Mal der Schaden im Zaum gehalten. Sobald die Hufe ausgehärtet sind, ist eine regelmässige Hufpflege zu empfehlen, damit Fehlstellungen durch einseitige Belastungen korrigiert werden können, da die Strukturen noch weich genug sind, sich sofort anzupassen. Je älter das junge Pferd ist, je länger brauchen die Korrekturen, bis der Huf wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann.