Ein gesunder Strahl ist wie fester Gummi und ist umgeben mit einer dichten Schutzschicht, zu vergleichen mit einer Hornhaut. Wenn Sie den Strahl auskratzen und unangenehme Gerüche dabei auftreten, sollten Sie aufmerksam werden. Säubern Sie den Huf gründlich mit einer Bürste bis in die kleinsten Ritzen und überprüfen Sie mit dem Hufkratzer, ob schwarzes schlammiges Material in den seitlichen und der mittleren Strahlfurche klebt. Dieser Schleim weist auf die Aktivität von Bakterien hin. 

Eine fortgeschrittene Strahlfäule bildet eine tiefe schmerzhafte Furche zwischen den Ballen. Es ist der Bereich, mit dem das Pferd auffussen und die erste Last aufnehmen sollte. Weil dieser Bereich entzündet ist, weicht es dem Schmerz aus und setzt mit der Strahlspitze auf. Dieser unnatürliche Bewegungsablauf wirkt sich nachteilig auf die Gelenke, Sehnen, Bänder und auf die ganze Rückenmuskulatur aus. Ein zu vergleichender Effekt ist eine offene Blase am Fuss. Sie belasten den Fuss automatisch wider die Natur. 

Entwickelt sich die Entzündung weiter, kann eine Blutvergiftung, Strahlkrebs oder irreparablen Schäden folgen. 

Also unternehmen Sie etwas, solange es möglich ist. 

Sobald Sie schwarzen Schleim beim Auskratzen finden, räumen Sie täglich gründlich die Hufe aus. die Praxis zeigt, dass das auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist. Die vom Urin durchtränkte Einstreu beginnt zu gären, wird warm und es bildet sich Ammoniak, das die Eiweissstruktur des Strahls angreift. Das tote Material bildet Nahrung für Bakterien, die sich in den Huf fressen. Regelmässiges Misten und Hufe auskratzen beugt Strahlfäule vor. Auch das Reinigen von Futterplätzen in Offenstallungen ist zu empfehlen. Ist der Fressplatz so eingerichtet, dass sich Pferde lange Zeit in dem demselben Platz aufhalten, äppeln sie auch da und bleiben im Mist stehen. 

In der Hufbearbeitung ist dem Strahl besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Alten sagen, das Pferd hat 5 Herzen, 1 Herz in der Brust und 4 Herzen in den Hufen. Jedes Auffussen der Hufe presst die kleinen Blutgefässe zusammen und pumpt das Venenblut zum Herzen hoch. Beim Abfussen saugen sich die Blutgefässe mit frischem Blut, Nährstoffen und Sauerstoff voll und nähren die Hufstrukturen. Durchblutetes Gewebe ist gesund. Während nicht durchblutetes Gewebe abstirbt und Nahrung für Bakterien bildet. Mit der Hufbearbeitung kann wesentlich dazu beigetragen werden, dass das Strahlgewebe mehrfach durchblutet wird und somit widerstandsfähig und gesund bleibt. 

Finden Sie also übelriechenden Schleim, lohnt es sich in jedem Fall mit dem Hufpfleger die Situation zu beurteilen. Oft reichen einfache und natürliche Hausmitteli, die sie selber anwenden können. Sollte es der Hufbearbeiter für nötig halten, ist eine Zusammenarbeit mit dem Tierarzt zu suchen.