FBA-Bewilligter Hufpfleger/Hufbearbeiter, was bedeutet das für Sie als Besitzer eines Barhufpferdes?

Eine FBA-Bewilligung (Fachberufliche Bewilligung) ist ab 2017 für Hufpfleger/Hufbearbeiter vorgeschrieben. Er ist vom Veterinärsamt zugelassen, die Hufpflege/Hufbearbeitung gewerbsmässig für Equiden auszuführen. Er verfügt über ein Wissen, das ihn auszeichnet, fachgerecht die Hufe eines Barhufpferdes zu bearbeiten. Das Wissen hat er in einer anerkannten Ausbildungsstätte erworben. Sie, als Pferdebesitzer wissen somit, 

  • dass er über ausreichend praktische Arbeit unter Begleitung und Anleitung eines FBA-Bewilligten Hufpflegers/Hufbearbeiters verfügt.
  • dass er in seinem Spezialgebiet Huf ausgebildet ist.
  • dass er weiss, wie er mit Schmieden, Tierärzten und Therapeuten zusammenarbeitet.
  • dass er Kenntnisse in Pferdehaltung, -umgang und -fütterung hat.
  • dass er über Anatomie und Krankheiten in Bezug auf den Bewegungsapparat, speziell den Hufen bescheid weiss.
  • dass er das Tierschutz- und Seuchengesetz kennt.

Aber warum plötzlich jetzt all diese Anforderungen? bis jetzt wurde ja diese Arbeit von vielen erfahrenen Hufpflegern/Hufbearbeitern gemacht, meist zur Zufriedenheit von Besitzer und Pferd. Es ist wie so oft, es sind nicht die erfahrenen Hufpfleger/Hufbearbeiter, die ihre Arbeit seit Jahren mit grosser Hingabe und Freude machen, die diesen Massstab forderten, sondern die schwarzen Schafe, die zum Handeln zwingen.

All die gewissenhaften Hufpfleger haben massgeblich dazu beigetragen, dass die Hufbearbeiter heute eine umfassenden Ausbildung geniessen dürfen, damit sich die Pferde gerne und dynamisch nach der Hufpflege bewegen können und die Gesundheit langfristig erhalten werden kann. Sie haben sich auf die Barhufpflege konzentriert und können entscheiden, wann es Eisen zum Schutze der Hufe braucht und überlässt das Anpassen und Aufnageln von Eisen den Hufschmieden. 

Jene die schon jahrelang ihren Beruf als Hufpfleger/Hufbearbeiter ausüben, haben den Bedürfnissen der heutigen Pferdebesitzer fordernd ihr Wissen im Ausland erworben. Sie haben eine grosse Erfahrung zur Lösung der Hufproblematiken und ein enormes Wissen über die Jahre angesammelt. Es ist ein ernst zu nehmendes Gewerbe entstanden. 

Sie teilten mit mir ihre Erfahrungen. Sie sensibilisierten mich auf Abweichungen gegenüber dem Idealzustand, so dass heute ein gutes Repertoire an Lösungswegen entstanden ist, damit ich mit meiner Hufbearbeitung eines Pferdes zu kraftvollen Bewegungen beitragen kann. Es ist jederzeit möglich, Einzelfälle mit speziellen Fachkräften zu besprechen. 

Ich bin froh, dass ich mich nach 4 Jahren Hufpflege zu einer anerkannten Ausbildung entschlossen habe, die mich zum Denken herausforderte und viel Praktikum in der Umsetzung des vermittelten Wissens aufforderte.

Ich danke auf diesem Wege herzlich meinem Ausbilder Michael Zanger, dem Inhaber und Leiter der anerkannten Hufpflegerausbildung am LTZ Institut. Ich danke allen fachspezifischen Ausbildern in den Gebieten Medizin, Recht, Tierschutz, Biomechanik und Hufbeschlagskunde. Ich danke den Hufbearbeitern Christoph Müller, Jeannette Mettler und Armin Eberle, die seit vielen Jahren tätig sind und bereitwillig ihre Gedanken, Erfahrungen, Schwerpunkte und Lösungsansätze mit mir geteilt haben.

Die Verantwortung bei der Bearbeitung eines Kundenpferdes beinhaltet mehr, als das Wissen eines Wochenendkurses. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wurden Mindestanforderungen geschaffen, damit der Hufpfleger/Hufbearbeiter dem Pferde uns seinem Besitzer zu einer positiven und gesundheitsgerechten Facharbeit beitragen kann.